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Amador und Marcelas Rosen

Der alte Mann und das Mehr

04. Juni 2012

Die Filmstarts der Woche

Marcela (Magaly Solier) lebt zusammen mit ihrem Freund, sie verkauft Rosen, ihr Leben verläuft weitestgehend trostlos. Zuversicht schenkt ihr Amador, ein alter Mann, den sie aus der finanziellen Not heraus pflegt, und dem sie sich öffnet. Ein Schicksalsschlag fordert Marcelas Kreativität. Mit „Amador und Marcelas Rosen“ (OFF Broadway) gelingt Fernando León de Aranoa („Montags in der Sonne“) ein poetisches, weises und durchdachtes Drama. Auf symbolträchtige Weise werden ein Puzzlespiel, die Rosen und die Sehnsucht nach dem Meer hier eingesetzt, ohne ihre Bedeutung überzustrapazieren.

Die beeindruckende Dokumentation „Deutschland von oben“ (Cinenova, Cinedom, UCI) fliegt hoch über der Erde durchs eigene Land, beobachtet Tiere, Menschen, Bauten. Aus 300 Stunden Drehmaterial wurde ein abendfüllender Rundumflug montiert, der eine ungewohnte Perspektive auf vermeintlich Bekanntes wirft und den Vergleich mit den Vorbildern der BBC nicht zu scheuen braucht. Neben den Beobachtungen hantieren Petra Höfer und Freddie Röckenhaus äußerst gelungen mit Gimmicks wie Zeitrafferaufnahmen oder Animationen, welche die Tagestour von Robben oder Interkontinentalflüge von Kranichen oder Wildgänsen grafisch nachvollziehen.

Was können die Franzosen besonders gut? Genau, Kochen und Kino. Was bietet sich also eher an als eine Komödie wie „Kochen ist Chefsache“ (Cinenova, Residenz, Weisshaus, Woki Bonn): Ein reicher Finanzier (Julien Boisselier) will ein Gourmetrestaurant entstauben und Chefkoch Lagarde (Jean Reno) feuern. Der alte Hase lässt das natürlich nicht auf sich sitzen. Passend dazu untersucht Mark Hall in „Sushi - The Global Catch“ (OmU in der Filmpalette) das vorprogrammierte Öko-Desaster des Sushi-Booms, das mit der unersättlichen Jagd auf den Thunfisch einhergeht. Ein weiterer filmischer Appell gegen Gewissenlosigkeit, Globalisierung und Überfischung.

Wie aus Leidenschaft Literatur wird: Christoph Stark rekapituliert in „Tabu - Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden“ (Filmpalette) die unmögliche Liebe des Lyrikers Georg Trakl (Lars Eidinger) zu seiner Schwester Grete (Peri Baumeister) im Wien des frühen 20. Jahrhunderts.

Knistern der Zeit“ (Filmhaus) beleuchtet eine Hinterlassenschaft von Christoph Schlingensief: Der Künstler schuf in seinen letzten Lebensjahren ein Operndorf in Burkina Faso. Die Kamera begleitet ihn eineinhalb Jahre lang, von der Location-Suche bis zur Eröffnung. Noch einmal erlebt man Schlingensief als Visionär und Macher. In den Film fließen Handy-Clips seiner afrikanischen Schüler ein.

Außerdem neu in den Kinos: die Fortsetzung „StreetDance 2“ (Cinedom, UCI) und das Jugendabenteuer „Wolfsbrüder“ (Cinenova, Cinedom, UCI).

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