Zunächst war es eine recht friedvolle Geburtstagsfeier in der Nachbarschaft. Die Erwachsenen schwatzten und tranken, die mitgebrachten Kinder spielten im Zimmer der Tochter des Gastgebers. Neben mir berichtete ein junger Mann von seinem beruflichen Erfolg im mittleren Management. Zu vorgerückter Stunde und bei gestiegenem Alkoholpegel allerdings wechselte er das Thema. Früher, in seiner wilden Zeit sei er ja Hooligan gewesen. Wie ein Kriegsveteran erzählte der noch immer bekennende FC-Fan von den Schlachten mit rivalisierenden Gangs und der Polizei. Dazu knöpfte er sein frischgebügeltes Hemd auf und zeigte die dazugehörigen Tattoos und Narben. Plötzlich drang lautstarkes Gekreisch aus dem Kinderzimmer. Die dreijährige Tochter des Ex-Hooligans hatte mit Hilfe eines monströsen doppelköpfigen Monsters die kunstvoll arrangierte Kleinstadt aus Playmobil verwüstet. Alle anderen Kinder protestierten lautstark wegen dieses Vandalismus. Und ich dachte mir: Erziehung hilft nichts, unsere Kinder machen uns sowieso alles nach.
Oder? Wenn die folgende Generation mit den Ressourcen dieser Welt so umgehen wie wir, kann es bald knapp werden. Spätestens seit der Katastrophe von Fukushima müssen wir erkennen, dass wir Strom nicht verschwenden dürfen und am besten aus regenerativen und dezentralen Quellen beziehen sollten. Unser CHOICES-THEMA im Mai widmet sich folglich der ENERGIEWENDE. Das nächstgelegene AKW steht übrigens 100 km von hier, kurz hinter Aachen nahe dem belgischen Lüttich. Das SCHAUSPIEL KÖLN kümmert sich fast passend zu unserem Thema um Ganoven und Bettler, Finsternis und Licht, meint aber nicht direkt die heimischen Energiekonzerne, sondern inszeniert die DREIGROSCHENOPER neu. Auch in der Epoche der Weimarer Republik entstanden sind die Bilder von KARL ARNOLD. Die Ausstellung seiner Werke mit dem Titel HOPPLA, WIR LEBEN! präsentiert das KÄTHE-KOLLWITZ-MUSEUM. Musikalisch geht es im Mai nicht um die hymnischen sieben Brücken, über die die DDR-Rocker von Karat einst schritten, sondern um ACHT BRÜCKEN. MUSIK FÜR KÖLN. In der Heimatstadt von Karlheinz Stockhausen gibt es nun endlich ein Festival der Neuen Musik. Im Mittelpunkt in diesem Jahr steht PIERRE BOULEZ. Der inzwischen 86jährige Weggefährte von Frank Zappa wird selbst am Dirigentenpult stehen. Ein anderer Wanderer zwischen Symphonik und Rockmusik ist der Violinist David Garrett, der in diesem Monat in der Lanxess-Arena gastiert.
Auch im Kino leben die Goldenen Zwanziger wieder auf. Der Klassiker METROPOLIS ist in seiner ursprünglicheren Schnittfassung rekonstruiert worden. Die annähernd originale Version kommt 84 Jahre nach der Premiere wieder in die Kinos. Wir sind hin- und hergerissen. Inhaltlich ist der Film fragwürdig, weil antisemitisch und antikommunistisch geprägt. Ästhetisch ist und bleibt das Werk von Fritz Lang ein Meilenstein der Filmkunst. Ein Wiedersehen mit dem nun 145minütigen Film kann wichtige Diskussionen auslösen. Erziehungsthemen mit einbegriffen.
Tina in Düren
Intro zum Monat Mai 05/12
Der liebe Herr Lukas P.
Intro zum Monat April 04/12
Nun messen sie sich auf politischem Parkett
Eine Reportage aus Honduras: über zwei Präsidenten und ein brisantes Duell an den Wahlurnen – Ungeschminkt 03/12
„Europa hat die Menschenrechte vergessen“
Im Interview: Manuel Zelaya, der vom Militär gestürzte frühere Präsident von Honduras – spezial 03/12
Neben der A57
Intro zum Monat März 03/12
„Jewollt und nit jekonnt“
Intro zum Monat Februar 02/12
Ein Käse mit vielen Löchern
Kölns Kulturentwicklungsplan im Gespräch – spezial 01/12
Falling down am Kölner Ring
Intro zum Monat Januar 01/12
Auslegen, anbauen, aufdecken
Entdeckungen auf der Essener SPIEL ‘11 – choices spezial 12/11
Bambi-Bitch
Intro zum Monat Dezember 12/11
Liebe Frau Piel!
Intro zum Monat November 11/11
Die schwarze Gefahr
Intro zum Monat Oktober 10/11
Von Ameisenkünstlern und anderen Überfliegern
Erfolgsmeldungen aus der Kölner Hochschullandschaft - Jubiläum 10/11
Zum Durchdrehen
Intro zum Monat September 09/11
Müffelnde Mädchen
Intro zum Monat August 08/11
Heavy Metal
Intro zum Monat Juli 07/11
Hoch die Tassen und Gläser!
Findling 07/11
Nomen est omen
Intro zum Magazin 06/11
Bunga Bunga Balla Balla
Magenbitter 05/11
taz-Medienkongress in Berlin
In Berlin wurde die Zukunft der Medien verhandelt. Die taz hatte geladen, um zu klären, wie Mister Twitter Old Mubarak stürzte - choices spezial 04/11
Atomausstieg - nachhaltig umschalten!
Ökologische Gegenwarts- und Zukunftsfragen - die Kulturmagazine choices, engels und trailer-ruhr seit vielen Jahren mit 'grünen Seiten', nicht erst seit Fukushima - choices spezial 04/11
Verrückt nach mehr
Findling 04/11
Kunst durch Vorbeischauen
Dämonen sind schlau. Viele Reize, wenig Tatsachen - Magenbitter 04/11
Déjà-vu
Intro zum Magazin 04/11